Die Westerwälder Freibeuter müssen endlich punkten (Kommentar)

Über die Piratenpartei im Westerwald

Die Piraten im Westerwald kriegen es einfach noch nicht auf die Kette.

Selbst ganze drei Jahre nach der Bundestagswahl gibt es keinen Kreisverband im Westerwald, und wer sich ernsthaft mit dem Auftritt der Westerwälder Piraten im Internet beschäftigt, stößt – bis auf wenige Ausnahmen – auf Akteure, die sich in populistische Stammtischparolen à la „Guttenberg, Wulff, so geht's nicht weiter“ ergehen oder sich öffentlich gegenseitig bekriegen. Selbst die Frage, wer nun offizielle Pressemitteilungen für die Piraten im Wahlkreis verschickt, ist anscheinend intern nicht vollends geklärt.

Dass das Schiff der Piraten seit 2009 so an Fahrt aufgenommen hat, dass die Matrosen vom plötzlichen Erfolg regelrecht überrumpelt wurden, zeigt, dass viele Bürger nicht zufrieden sind mit den traditionellen Parteien. Eine neue politische Kraft wäre wünschenswert. Wenn die Partei aber möchte, dass nicht nur Protestwähler, Politikverdrossene und ein paar (junge) Menschen, denen die Themen im Bereich der neuen Medien wichtig sind, für sie stimmen, sondern als politische Kraft ernst genommen werden will, muss sie mehr anbieten. Ich wünsche ihnen deshalb einen patenten Direktkandidaten, der ihnen dazu verhilft, im Westerwald positiv wahrgenommen zu werden.

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 17. Oktober 2012, Seite 20