Bummel über den Weihnachtsmarkt in Linz lohnt sich

Vorfreude und ein bisschen Aufregung vor dem Auftritt: Die jungen Schauspieler der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Linz und ihre Betreuer erfreuen die großen und kleinen Besucher des Weihnachtsmarktes am Sonntag mit einem kleinen Musical. Foto: Sandra Elgaß Advent Bunte Stadt lockt mit Gemütlichkeit

Linz. Die liebevoll gestaltete Figur eines typischen Linzers im Strünzerbrunnen auf dem Burgplatz deutet neckisch auf die ersten Büdchen des Weihnachtsmarkts.

Sie weist den Besuchern, die am Sonntag in die Bunte Stadt fanden, um erstmals in diesem Jahr über den Weihnachtsmarkt in Linz zu bummeln, den Weg über den Burgplatz durch eine kleine Gasse hinauf zum Marktplatz. Dort steht ab jetzt jedes Adventswochenende der Großteil der Büdchen – und vor allem die kleinen Besucher kommen auf ihre Kosten: Mit Bimmelbahn, lebendem Weihnachtsmann, Luftballons und Bühnenprogramm von Kindern für Kinder und Erwachsene will die Werbegemeinschaft Linz den jüngeren Weihnachtsmarktbesucher ebenso etwas bieten.

Überzeugen wollen auch die Händler – und wenden ganz unterschiedliche Strategien an: Die Einen setzen auf die beim vorweihnachtlich gestimmten Publikum gut bekannten Gerüche von Glühwein, Jagertee oder Eierpunsch – in dem Wissen, dass sich erwachsene Besucher von ihrer Nase leiten und sich angesichts niedriger Temperaturen gern zu einem alkoholischen Heißgetränk verführen lassen. So mancher bleibt deshalb schon zu Beginn des Rundgangs an den ersten der im Kreisrund angeordneten Buden auf dem Linzer Marktplatz stehen, eine dampfende Tasse mit beiden Händen umschlossen. Von dort fällt der Blick auf die Bimmelbahn, die laut ratternd ihre kleinen Gäste in der Mitte des Marktes im Kreis chauffiert und gerade artig auf Knopfdruck seiner etwa fünfjährigen Lokführerin Laut gibt.

Sind der erste Becher leer und der Sprössling von seiner Lokführerpflicht entbunden, verfällt der geneigte Besucher freudig der nächsten kulinarischen Versuchung, sobald ihm der Duft eines um sich selbst kreisenden Spanferkels in der ersten Braterei in die Nase gestiegen ist. Wer sich da noch beherrschen kann, erliegt eben wenig später Bratwurst, Ofenkartoffel oder gebrannten Mandeln der Gastronomen.

Die niedrigen Temperaturen und der leichte Regen spielten wiederum den Händlern in die Karte: Viel Aufmerksamkeit erhalten die dicken Fellmützen am Ende des Halbkreises, die akut warme Ohren auch im nächsten Sibirienurlaub versprechen. Alle, die sich so gegen die Kälte gerüstet wieder aufmachen, hören plötzlich Kinderstimmen beim Soundcheck: „Eins, zwei, drei, hört man mich?“ Wenig später offenbart ihnen ein Moderator: Gleich bringen die jüngsten Schauspieler der Gruppe „Wir singen für dich“ der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Linz ihr Musical „Vergessene Versprechen“ auf die Bühne vor dem Rathaus. Schon haben sich die ersten Besucher mit ihrem Nachwuchs die besten Tische vor der Bühne gesichert. Der Weihnachtsmann begrüßt dort Grüppchen um Grüppchen, wird angesprochen, zuppelt an seinem Rauschebart, lacht, verabschiedet sich und schlendert wieder weiter durch die Menge.

RZ Linz, Neuwied vom Montag, 3. Dezember 2012, Seite 12