Zuruf | Im Land von Pizza & Pasta – Glutenfrei durch Rom

Glutenfrei in der Hauptstadt des Pizza & Pasta-Landes Italien - geht das überhaupt? Ich habe für euch getestet... ;).

Wer eine Ernährungsunverträglichkeit hat, der kennt das: "Mensch, was hast du alles eingepackt! Du fliegst doch nur eine Woche nach Rom!!!" - das bekam ich auch jetzt wieder von Freunden zu hören, die kritisch mein Reisegepäck beäugten. Doch viel Platz wird durch glutenfreies Nahrungsmittel - Brot, Brötchen, Nudeln & Co - weggenommen (auch wenn ich zugeben muss, dass ich immer zu viele Klamotten packe). Für eine ganze Woche reicht das unter Umständen trotzdem nicht. Für alle, die das gleiche Problem haben, gibt's hier ein paar Tipps, wie man in Rom glutenfrei überleben kann. Läuft.

Die Reise startet mit der Waage

Am Anfang steht die Waage. Denn wer nach Rom fliegt, dessen Koffer darf - das ist Standard - nur 23 Kilo wiegen. Sonst droht eine fette Nachzahlung am Flughafen. Deshalb: Koffer wiegen. Mit Männern verreisen lohnt sich dabei: Meist haben die nämlich noch ein paar Kilos weniger und viel mehr Platz im Koffer. Also schamlos das eigene Gepäck aufteilen 

Wo kauft man in Rom glutenfreie Lebensmittel ein?

Auch Italien ist in Sachen glutenfreie Angebote der Gastronomie um einiges weiter als Deutschland. Fragt man nach glutenfreiem Essen - senza glutine - wissen die meisten Gastronomen wenigstens schon, was damit gemeint ist. Mein Eindruck ist auch, dass mehr Restaurants auf Ernährungsunverträglichkeiten eingestellt sind. Allein: In den normalen Supermärkten oder in den zahlreichen kleinen "Tante-Emma-Läden", die es an jeder Ecke gibt, kann man zwar super Obst und Gemüse kaufen, aber meist keine glutenfreien Lebensmittel. Eine Ausnahme habe ich entdeckt: In unserem kleinen Gemüseladen um die Ecke in Prenestina gab es glutenfreies Bier.

Übrigens: Diese Läden kennen keine festen Öffnungszeiten. Während also der eine einfach mal nachmittags geschlossen ist, hatten viele andere auch um 12 Uhr nachts noch geöffnet. Aber wo bekommt man denn nun glutenfreie Grundnahrungsmittel? Die Antwort: In den italienischen Apotheken. Hier fand ich ein gutes Angebot an Schär-Produkten vor, als mir das Brot ausging.

Glutenfrei Eis schlabbern und essen direkt neben dem Pantheon

Glutenfreies Restaurant und Eisdiele - hier bitte nach links.
Glutenfreies Restaurant und Eisdiele - hier bitte nach links.

Wer hausgemachtes Eis schlabbern oder auswärts essen will, kann das getrost an dem Tag einplanen, an dem man sich das Pantheon ansieht.

Direkt nebenan, wenn man davorsteht auf der linken Seite, gibt es ein Restaurant, das Pantharei, welches glutenfreie Pizza und Pasta anbietet.

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Ich habe dort zwar nicht gegessen, so dass ich keine Empfehlung aussprechen kann. Wer es ausprobiert, kann mir gern in den Kommentaren berichten.

DiP1014829rekt daneben findet sich eihne Eisdiele, die hausgemachtes Eis anbietet - das Caffe Minerva.

Darum weiß der Chef auch genau, was darin enthalten ist. In meinem Fall konnte ich aus drei leckeren Sorten auswählen.

Waldfrucht, Limone & Erdbeere - aus diesen drei Sorten konnte ich wählen. Ich nahm alle drei - und kann alle drei uneingeschränkt weiterempfehlen.
Waldfrucht, Limone & Erdbeere - aus diesen drei Sorten konnte ich wählen. Ich nahm alle drei - und kann alle drei uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

Restaurant neben den Vatikanischen Museen - glutenfreie Pizza, wenn der Hunger zu groß wird

Direkt neben dem Eingang zu den vatikanischen Museen gibt es ein Restaurant, das alle Pizzen und Pasta glutenfrei anbietet, das La Paolo.

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Man sieht die durchgestrichene Ähre schon, wenn man in der Schlange zum Vatikan steht und um die letzte Ecke gebogen ist (wenn man nicht früh genug da war - und früh genug heißt - kleiner Tipp - an einem Dienstag vor 8 Uhr, sonst droht stundenlange Wartezeit! Wer nicht früh aufstehen möchte, kann die Schlange aber auch umgehen. Entweder durch Online-Vorreservierung oder eine der beiden Tourismus-Karten, Omnia Pass oder Roma Pass).

Ich habe die Pizza Vegetale bestellt.

Im Land von Pizza und Pasta glutenfrei überleben - meine Tipps.

Mein Urteil fällt eher gemischt aus. Der Geschmack war ok, die Konsistenz war ein Ausreichend. Service und Ambiente ebenso.

Die für italienische Restaurants untypisch mäßige Beurteilung erkläre ich mir mit der Lage dieses Restaurants: So nah an einem Touristenhöhepunkt ist das Restaurant wohl nicht darauf ausgelegt, mit der gastronomischen Dienstleistung zu punkten, weil es nicht so sehr auf Mundpropaganda angewiesen, sondern allein auf Laufkundschaft ausgerichtet ist. Es mangelt also nie an Gästen. Wer nach einem Besuch der Vatikanischen Museen ausgehungert ist und nicht das höchste der kulinarischen Gefühle erwartet, kann hier essen - meine Begleiter bestätigen, dass die beiden "normalen" Pizzen in Ordnung waren. Meine Pizza kam ganz uncharmant in einer Aluschale - aber sie war glutenfrei und hat den Hunger besiegt.

Schön auswärts essen und alles auf der Karte bestellen dürfen: Wow - Restauranttipp

Ein leckeres Viergängemenü sollte man sich im Romurlaub schon mal gönnen, beschlossen wir. Also recherchierten wir nach Restaurants, die mit meinen Anforderungen klarkommen würden und wurden fündig. Das Il Viaggio bietet alles auf der Karte auch glutenfrei an.

http://www.ristoranteilviaggio.it/en/
http://www.ristoranteilviaggio.it/en/

Weil wir aber schon am nächsten Abend kommen wollten, zitterten wir kurz: Denn das Restaurant bittet um Vorabanmeldung, wenn Glutenfreies serviert werden soll. Also schrieben wir 18 Stunden vor unserem geplanten Abendessen eine E-Mail über das Kontaktformular der Restaurant-Homepage. Und tatsächlich: 5 Stunden vor unserem Abendessen kam die Bestätigung unserer Reservierung. Und das auch noch in perfektem Englisch (was in Rom gar nicht selbstverständlich ist). Also nichts wie hin.

Wer eine Ernährungsunverträglichkeit hat, der weiß, wie glücklich es macht, auf einer Karte nicht alles nachfragen zu müssen, sondern einfach bestellen zu können.

Die Menüs sowie alle anderen Gerichte auf der Karte konnten entweder "normal" oder glutenfrei bestellt werden.
Die Menüs sowie alle anderen Gerichte auf der Karte konnten entweder "normal" oder glutenfrei bestellt werden.

Ich konnte es erst gar nicht glauben, richtete mich aber schon darauf ein, dass die Gerichte "modifiziert" würden. Das heißt, dass einfach Soßen oder glutenhaltige Bestandteile weggelassen werden. Was das ganze Gericht dann oft etwas freudlos daherkommen lässt. Immerhin - schönes Ambiente, dachte ich.

Kunst, Farben und schöne Beleuchtung - ein nettes Dinner-Ambiente.
Kunst, Farben und schöne Beleuchtung - ein nettes Dinner-Ambiente.

Aber meine Befürchtung schlug im Laufe des Abendessens in Begeisterung um: Schon das selbstgemachte glutrenfreie Brot hat mich überzeugt. Weich, feucht und nicht bröselig - meine Begleiter wurden ganz neidisch.

Dann die vier Gänge des Menüs "Breeze of the Sea" - wow.

Glutenfreies wird im Il Viaggio mit einem kleinen Balsamicocremepunkt gekennzeichnet - charmant!
Glutenfreies wird im Il Viaggio mit einem kleinen Balsamicocremepunkt gekennzeichnet - charmant!

Alle Soßen vorhanden und lecker.

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Zwischengang ...

Gekennzeichnet wird das dann ganz charmant mit einem kleinen Balsamicoessigpunkt auf den Tellern. Alle Bestandteile nett arrangiert und gar nicht freudlos - hätte ich doch nicht so viel Brot gefuttert! Und zum Dessert: Tiramisu! Bekomme ich sonst nur, wenn ich es selbst mache (Es gibt glutenfreies Tiramisu als TK-Produkt - aber mir schmeckt es nicht). Dieses Tiramisu war so lecker, dass ich sogar vergessen habe, es zu fotografieren.

Hier war mal ein glutenfreies Tiramisu drin - sorry! Mjamm.
Hier war mal ein glutenfreies Tiramisu drin - sorry! Mjamm.

Deshalb kann ich nur die leere Dessertschale vorweisen, die aber nach drei Gängen Beweis genug dafür sein sollte, dass man das Il Viaggio nur empfehlen kann.

Eure Tipps bitte als Kommentar hinterlassen - das war nicht mein letztes Mal in Rom!

So, ich hoffe, meine Tipps nützen ein paar Leidensgenossen. Wer weitere Tipps hat - egal ob zu "Glutenfrei in Rom" oder zu Rom selbst - kann sie gern hier in einem Kommentar hinterlassen. Ich fahr ganz bestimmt wieder hin und gehe dann auf "Abseits der Tourimagneten"-Tour.